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Jnnrhndrxx – Warum „Excousia – Act I: Initiatio“ mehr ist als ein Album

Es gibt Künstler*innen, die man nebenbei hört. Und dann gibt es die, bei denen man kurz innehält, weil man merkt, dass da gerade etwas entsteht, das größer ist als ein einzelner Song.

JNNRHNDRXX gehört definitiv zur zweiten Kategorie.

Vielleicht ist dir der Name schon begegnet. Vielleicht aber auch noch nicht. Und genau deshalb lohnt es sich, hier einmal genauer hinzuschauen.

Wer JNNRHNDRXX ist – und warum du sie kennen solltest

JNNRHNDRXX ist eine queere Afrolatina Künstlerin aus Berlin, und schon das allein sagt noch längst nicht alles. Sie bewegt sich nicht nur in der Musik, sondern auch in Kunst, Performance und Kultur. Sängerin, Rapperin, Autorin, Schauspielerin, Model – alles gleichzeitig, ohne dass es sich nach „zu viel“ anfühlt.

Was sie macht, ist keine klassische Karriere. Es ist eher ein Gesamtwerk, das sich gerade aufbaut.

Mit gerade einmal Mitte zwanzig hat sie sich bereits eine Präsenz erarbeitet, die man nicht übersehen kann. Auf der Bühne sowieso nicht. Aber auch darüber hinaus. Ob beim Splash, auf dem Fusion Festival oder an Orten wie dem Brandenburger Tor – JNNRHNDRXX bringt eine Energie mit, die Räume verändert.

Und genau das ist der Punkt: Sie passt sich nicht an bestehende Strukturen an. Sie baut sich ihre eigenen.

Zwischen Identität, Wut und Selbstermächtigung

In ihrer Musik geht es nicht um einfache Geschichten. Es geht um Identität, um das Leben in einer Welt, die nicht für alle gemacht ist, und um den Versuch, sich darin nicht nur zu behaupten, sondern Raum einzunehmen.

Als Teil der Trans*- und Queer-Community spricht JNNRHNDRXX Dinge aus, die oft überhört werden. Aber nicht leise. Sondern mit einer Klarheit, die manchmal unbequem ist.

Ihre Tracks sind oft gleichzeitig verletzlich und radikal selbstbewusst. Genau diese Mischung macht sie so spannend. Da ist Wut, aber auch Kontrolle. Da ist Schmerz, aber auch Stolz.

Und vor allem: da ist kein Versuch, sich kleiner zu machen, um akzeptiert zu werden.

„Excousia – Act I: Initiatio“ – der Beginn von etwas Neuem

Mit ihrem neuen Album startet JNNRHNDRXX jetzt eine neue Phase. „Excousia – Act I: Initiatio“ fühlt sich nicht wie ein klassischesr Release an. Es ist eher der erste Teil einer größeren Erzählung. Ein „Blackout Day Zero“, was der erste Song des Albums deutlich klar macht.

Das Album bewegt sich von Trauma über eine Art innere Neuordnung bis hin zu etwas, das man vielleicht als Katharsis bezeichnen kann. Ein Prozess, der nicht glatt läuft, sondern bewusst Brüche zeigt.

Im Zentrum steht dabei auch der Sound, den sie selbst als „Afro Noir Glitch“ beschreibt. Ein Stil, der sich nicht klar einordnen lässt. Verzerrte Bässe, digitale Ästhetik, melodische Elemente, drei Sprachen (Englisch, Deutsch, Französisch), die ganz selbstverständlich ineinander übergehen, völlig natürlich.

Das wirkt nicht wie ein Konzept, das sich jemand ausgedacht hat, sondern wie etwas, das genau so entstehen musste aus dem tiefsten Inneren von Jnnhndrxx heraus.

Mehr als Musik – eine Bewegung

JNNRHNDRXX ist keine Künstlerin, die einfach nur Songs veröffentlicht. Ihre Kunst ist politisch, körperlich, präsent. Sie schafft Sichtbarkeit, ohne sich dafür zu erklären oder zu rechtfertigen.

Früher veröffentlichte Tracks wie „T4T“, „OBEY.EXE“ oder „Alpha Attitude“ haben genau deshalb funktioniert, weil sie mehr sind als Musik. Sie sind Statements, Momente, Haltungen und haben ihren Platz in den Playlisten unserer Community gesichert.

Und genau da schließt auch das neue Album an.

Fazit

„Excousia – Act I: Initiatio“ ist kein Album, das dich nebenbei begleitet. Es fordert Aufmerksamkeit. Es will gehört werden.

Und JNNRHNDRXX ist eine Künstlerin, die genau das verdient.

Wenn du also das Gefühl hast, dass sich Musik gerade wieder ein bisschen zu gleich anhört, dann ist das hier vielleicht genau der richtige Gegenentwurf.

Fotocredits: JNNRHNDRXX

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