VON DRAG RACE ZUR EIGENEN KUNSTFIGUR
Bekannt wurde Gottmik durch RuPaul's Drag Race. Dort schrieb Kade Gottlieb Geschichte als erster trans Mann der Show.
Aber das Spannende passiert eigentlich danach.
Viele Reality-TV-Personen verschwinden irgendwann wieder.
Gottmik hat stattdessen eine eigene Welt aufgebaut.
Eine Welt aus weiß geschminkten Gesichtern, düsteren Clubsounds, High Fashion, Latex, grotesker Schönheit und queerer Übertreibung.
Nichts daran wirkt vorsichtig.
Und das macht diese Figur so spannend.
DIE MUSIK KLINGT WIE SCHWEISS, NEBEL UND STROBOLICHT
Wer bei Drag Artists automatisch an generischen Pop denkt, sollte mal in Holy Disco reinhören.
Oder in RIOT.
Oder Skullfucker.
Das sind keine Songs für den entspannten Sonntagnachmittag.
Die Musik von Gottmik fühlt sich eher nach dunklem Club an.
Nach Menschen, die um vier Uhr morgens noch tanzen.
Nach verschmierter Schminke.
Nach einer Nacht, die vielleicht eskaliert und vielleicht wunderschön wird.
Besonders spannend finde ich, dass Gottmik musikalisch gar nicht versucht, möglichst radiotauglich zu sein. Da steckt House drin, Electroclash, queere Clubkultur und teilweise fast etwas Religiöses.
Holy Disco zusammen mit Felix da Housecat klingt teilweise wie eine kaputte Messe im Technoclub.
Und plötzlich versteht man auch die Ästhetik dahinter viel besser.
DIE TOUR KÖNNTE EIN RICHTIG WILDER ABEND WERDEN
Im Mai kommt Gottmik für mehrere Shows nach Deutschland.
Und ich glaube wirklich, dass viele unterschätzen werden, was das für ein Abend werden kann.
Das hier wirkt nicht wie „eine Person steht auf der Bühne und macht ein bisschen Playback“.
Die bisherigen Infos sprechen von Konzert, Performance, Gastacts und Clubatmosphäre.
Die Termine
Vor allem für Menschen, die Lust auf queere Clubkultur, Fashion, elektronische Musik und überzeichnete Bühnenfiguren haben, dürfte das ziemlich spannend werden.
WARUM DRAG ARTISTS WICHTIG SIND
Ich glaube, viele Drag Artists werden noch immer zu schnell belächelt oder in eine kleine Schublade gesteckt.
„Ist halt Drag.“
„Ist halt Szene.“
„Ist halt nur für bestimmte Leute.“
Dabei passiert dort oft viel mehr als im komplett durchgeplanten Mainstream.
Gottmik erinnert mich daran, warum ich Drag Art so liebe:
Weil sie oft mutiger ist.
Weil sie hässlich sein darf.
Weil sie laut sein darf.
Weil sie manchmal komplett drüber ist.
Und weil sie nicht erst fragt, ob sie irgendwem gefällt. Drag ist für alle und jede Form von Drag hat seine Berechtigung.
HÖR MAL REIN
Fotocredit: Ocean Eyes

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