KYNG 2 by VetaVue

KYNG und plötzlich ist alles ein bisschen mehr

Manchmal passiert es einfach. Du läufst über ein Event, bist schon halb im nächsten Gespräch und dann bleibt dein Blick hängen.

So war es bei mir auf der Operation Ton.

Da stand KYNG. Und ich wusste sofort: Die Person will ich kennenlernen.

Dieser Look war nicht nur Mode. Das war ein komplettes Konzept. Irgendwo zwischen K-Pop, Manga und Drag, aber am Ende vor allem eins: eigen. Provokant, verspielt und sehr bewusst gesetzt.

Ein paar Tage später sehe ich sie wieder. Im Cascadas, auf der Bühne, als Support für Julia McCallion. Und da hat sich das Gefühl von vorher bestätigt.

Eine eigene Welt in jedem Song

KYNG ist 2023 mit „PYTHON“ gestartet. Seitdem kamen Tracks wie „HOOKED“, „HOME“, „FLICKER“, „BANSHEE“, „Uh (Uh Girl)“ und „SUGAR RUSH“ dazu. Jeder Song fühlt sich ein bisschen anders an, als würde man durch verschiedene Räume gehen.

Mal dunkel, mal verspielt, mal sehr direkt.

Musikalisch bewegt sich das im Elektropop. Treibende Beats, viel Synth, eine Stimme, die hängen bleibt. Aber was mir wichtig ist: Es geht nicht nur ums Tanzen.

Ihre Texte arbeiten viel mit Bildern, mit kleinen Wortspielen. Da geht es um Verlangen, um Verletzlichkeit, um dieses ständige Aushandeln mit sich selbst und der Welt. Und immer wieder auch um Empowerment.

Queer, laut und ohne Entschuldigung

Was KYNG macht, ist kein leises Andeuten. Es ist ein klares Statement.

Dieser queer-feministische Ausdruck zieht sich durch alles. Durch die Lyrics, durch die Looks, durch die Art, wie sie auf der Bühne steht. Inspiriert von Drag Culture, von der queeren Community und von einem gewissen Hang zum Maximalismus.

Man hört Einflüsse von Ashnikko, COBRAH oder Lady Gaga raus, aber es wirkt nie wie eine Kopie. Dafür ist das Gesamtbild zu klar.

Nicht allein, sondern im TRYBE

Was ich spannend finde: KYNG arbeitet nicht isoliert, sondern mit ihrem TRYBE. Ein kreatives Netzwerk aus unterschiedlichen Bereichen, verteilt zwischen Hamburg, Los Angeles und New York.

Das erklärt vielleicht auch, warum sich das alles so groß anfühlt. So, als wäre da noch viel mehr geplant.

Warum ich euch KYNG zeigen will

Es gibt Artists, die liefern Songs. Und es gibt welche, die schaffen Räume.

KYNG gehört für mich zur zweiten Kategorie.

Vielleicht, weil jede Veröffentlichung wie ein neues Kapitel wirkt. Vielleicht, weil sie sich traut, unangenehm zu sein. Vielleicht auch, weil sie dich daran erinnert, dass Anderssein nichts ist, was man verstecken muss.

Als ich sie das erste Mal gesehen habe, war da einfach Neugier.
Nach dem Konzert war da mehr.

Und ich glaube, das war erst der Anfang.

Fotocredit: VetaVue und Liv Plotz

Kein Spam, kein Dauerfeuer. Du bekommst eine Nachricht, wenn neue Artikel erscheinen und kannst dich jederzeit wieder abmelden.
Ich stimme zu, dass meine E-Mail-Adresse für Benachrichtigungen über neue Beiträge von QUEERDURCHSLAND music gespeichert und verarbeitet wird. Die Datenschutzhinweise habe ich gelesen.
Deichbrand 2025

Zwischen All-Gender-WCs und Mainstream-Männerüberschuss: Lohnt sich das DEICHBRAND 2026 für die queere Community?

Die Festivallandschaft wandelt sich, und für viele queere Musikfans stellt sich bei der Urlaubsplanung die Frage: Wohin jetzt?
MS Dockville. Auf dem Bild sind Menschen zu sehen, die sich im Arm halten und über das Gelände laufen

MS Dockville: Ein Gefühl von Hafen, Staub und Lieblingsliedern

Manchmal braucht ein Festival keinen starren Timetable, sondern einfach nur Raum zum Atmen. Genau das ist das MS Dockville für mich. Die Mischung aus rauem Industriecharme, mitreißender Musik und offenen Menschen schafft eine sofortige, vertraute Wärme. Das Line-up 2026 verspricht eine spannende Balance aus etablierten Künstlern und neuen Entdeckungen. Besonders freue ich mich auf den Born2Sing Choir, der mit emotionaler Power und genreübergreifenden Klängen begeistert. Auch Mariybu und das Hamburger FLINTA*-Kollektiv bringen frischen Wind in die Hip-Hop-Szene. Lass dich treiben und entdecke die magischen Momente, die das MS Dockville so besonders machen!
Chrissy Lou

Chrissy Lou und der Mut, ein „Stupid Optimist“ zu sein

Chrissy Lou ist 21 Jahre alt, Wahl-Hamburgerin und macht Sound, der irgendwo im Sweet Spot zwischen träumerischem Indie-Pop und ehrlichem Singer-Songwriter-Storytelling andockt.
wir sind lila

wir sind līlā: Popmusik als mutiger Ort der Begegnung

Das Berliner Indie-Deutschpop-Duo versteht seine Musik nicht als schnell konsumierbares Produkt, sondern als Ort der Begegnung zwischen Intimität, tiefer Ehrlichkeit und einer ganz frischen, warmen Pop-Energie.
Skofi HMF (c) Lea Horsten-6

„Ich bin so bei mir wie lang nicht mehr“ – Skofi im Interview über Wut, Verlust und das neue Album

Als ich Skofi die Fragen zu dem neuen Album Halt Mich Fest geschickt habe, hatte ich gehofft, ein paar spannende Einblicke in die Entstehung der Platte zu bekommen. Bekommen habe ich letztlich deutlich mehr:
Skofi Album Cover

Skofi – Halt Mich Fest: Das Album, das nicht so tut, als wäre alles in Ordnung

„Und ich bin so bei mir, wie lang' nicht mehr und das’s der beste Trip.“ Dieser eine Satz aus dem Titeltrack ist mir beim Hören sofort hängen geblieben.

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert